12. Oktober

12. Oktober

Welch eine Welt, in die der Herrliche mich führt! Zu wandern über die Heide, umsaust vom Sturmwinde, der in dampfenden Nebeln die Geister der Väter im dämmernden Lichte des Mondes hinführt. Zu hören vom Gebirge her, im Gebrülle des Waldstroms, halb verwehtes Ächzen der Geister aus ihren Höhlen, und die Wehklagen des zu Tode sich jammernden Mädchens, um die vier moosbedeckten, grasbewachsenen Steine des Edelgefallnen, ihres Geliebten.


Ich weiß nicht. Mein Herz beschleicht ein grässliches Gefühl. Es hält mich Nachts fest. Ich wache schweißgebadet auf. Mir kommt vor, als ob ein kleines Mädchen nachts in meinem Zimmer stehen würde. Als ob es mich ansehen würde, mit ihren enttäuschten Augen. Immer wenn ich aufstehe und zu ihr gehen will, verschwindet sie und es bleibt nichts als ein leichtes blaues Leuchten. Wenn ich mich wieder hinlege das Mädchen wieder und will mich an der Hand zu etwas führen, dass ich von meinem Bett aus nicht sehen kann. Also wälze ich mich aus dem Bett und gehe zum Ort, an dem ich etwas finden soll, aber dort liegt nichts. Ich gehe wieder schlafen und kaum habe ich meine Augen geschlossen ist wieder das Mädchen hier.

Ich weiß nicht was ich daraus machen soll. Das Einzige was ich weiß, ist, dass ich nicht mehr lange hier weiter schrieben, will. Ich habe meine letzten Posts noch einmal durchgelesen und ich weiß wirklich nicht was ich daraus machen soll. Mir entgleitet mein moralischer Kompass. Ich weiß nicht mehr was gut und was schlecht ist. Nichts ergibt einen Sinn.

Manchmal wünsche ich mir, wieder bei meinem alten Chef zu arbeiten. Dort hatte ich mehr Kontakt zu Menschen. Mehr Arbeit. Mehr Sinn. Aber so wie ich geschrieben habe, war es damals auch schrecklich. Ich weiß einfach nicht mehr. Vielleicht wusste ich nie.

10. Oktober

10. Oktober