20. Oktober 2018

20. Oktober 2018

Hey,

ich bin es wieder. Ich habe mich lange nicht mehr gemeldet. Ich weiß. Tut mir wirklich Leid. 

Dafür habe ich viele Briefe von euch bekommen. Die haben mich gefreut. 

Ich habe mich jetzt auch für ein interessantes Praktikum gemeldet. Oder ich dachte, dass es interessant ist. Ich darf einem unsympathischen Berater helfen, der den ganzen Tag herumfährt und sich über alles aufregt. 

Ich sitze dann meistens auf der Rückbank und frage mich, was sich das Schicksal wohl als nächstes einfallen lassen wird, um mir das Leben schwer zu machen.

Aber egal! Ich bin für mich selber verantwortlich und deshalb wird das schon alles funktionieren. Manchmal muss ich meine schweren Gedanken abschütteln und einen kleinen RANT starten. Anscheinend ist das bei allen Menschen so, die Arbeiten. Ich fühle mich in der Community schon voll aufgenommen. Letzte Woche habe ich sogar meine erste Miete bezahlt. 

Ich werde jetzt richtig erwachsen. Ich musste lachen, während ich das jetzt geschrieben habe. Es ist wieder so wunderschön hier. Der Herbst schüttelt die bunten Blätter von den Bäumen und alles ist so wunderschön gefärbt. 

Auf der anderen Seite macht mir der Herbst auch zu schaffen. Herbst-Spotify-Playlists, die mich in ihrer Melancholie umarmen und mich nicht mehr gehen lassen wollen. Die kuschelige Decke zuhause, in die ich mich hinein wühlen kann. Der dampfende Tee.

Warum hat mir Gott nicht weniger Kraft und Talent, dafür aber mehr Selbstvertrauen und Zufriedenheit geschenkt?

Es wird besser werden. Es wird schon besser. Ich bin jetzt immer unter Leuten, mein „Vorgesetzter“ ist während des Wahlkampfs bei den verschiedensten Leuten gewesen. Ich mit meiner Kamera dahinter und drei Mal hin- und herschwenken -> weiterfahren. Alles schnell schneiden und hochladen. Ich habe, glaub ich, um die fünfzehn Videos geschnitten. Ich schweife schon wieder ins Negative ... Was ich sagen wollte: Ich komme jetzt, wo ich viel mit verschiedenen Leuten zutun habe, besser mit mir selber klar. 

Sicher, weil wir uns immer mit allem vergleichen, hängt unser Glück oder Elend immer mit dem zusammen, mit dem wir uns vergleichen. Und deshalb ist nichts gefährlicher als die Einsamkeit.

Oder in anderen Worten: „Beim Nachbarn ist das Gras immer grüner.”

Kommt uns nicht oft vor, dass uns etwas fehlt? Und ganz zufällig hat ein anderer, woran es uns mangelt. Und wenn wir das auch wollen, dann bekommen wir es nicht. 

Wenn wir aber etwas nicht wollen und uns keine Mühe geben, sehen wir, dass wir es mit Schlendern und Aufschieben oft weiter bringen als der, der sich viel Mühe gibt. Das ist irgendwie dann schon ein tolles Gefühl, wenn man mit nichts tun, den anderen gleich oder voraus läuft. 

Auf alle Fälle, habe ich euch alle ganz fest lieb und ich werde in den nächsten Tagen alle Briefe beantworten. 

Bis bald.

W

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