30. August 2018

30. August 2018

Ich kann nur mehr an sie denken. Sie vertreibt meinen Wunsch, kreativ zu sein. Sie vertreibt meinen Hunger. Sie vertreibt die Angst in der Nacht vor dem Monster im Schrank.  Ich kann nichts mehr machen. Meine letzten Fotos sind beschissen. Meine Gedichte, die ich für mich selbst schreibe, sind beschissen. Mein Wille irgendetwas zu machen, ist BESCHISSEN. Wie die Liebe an einen Verstorbenen, drängt sich Lotte in meinen Kopf, drückt alles fort und steht alleine in meinen leeren Kopf. 

Alles steht im Verhältnis zu ihr. Film schauen? Ich denke die ganze Zeit an sie. Ist der Film so gut wie sie? Ein Bild anschauen? Ich denke die ganze Zeit an sie. Ist das Bild so schön wie sie?

Ich will sie in meinen Armen halten. Ihre Haare riechen. Ihre Wärme spüren. Warum kann ich sie nicht haben? 

Und dann sind da die Nächte. Ich liege in meinem Bett. Mein Herz krampft sich zusammen. Die Bauchschmerzen zerreißen mich. Und in meinem Kopf ist Lotte, wie sie sich zu mir runterbeugt und mir einen Kuss gibt. Ich explodiere. Die Tränen schießen aus meinen Augen. Mein Herz rast. Mir kommt es vor, wie wenn mich Wasser nach unten drücken würde. Die Luft verschwindet aus meiner Lunge. Ich bekomm keine Luft mehr. Es fühlt sich an wie Ertrinken.

Ich wandere auf Berge, um die Einsamkeit zu suchen. Am Rand des Abgrunds zu stehen.  Und will mich nur mehr fallen lassen. Ich dreh mich dann aber doch immer wieder um, und laufe den Berg hinunter, bis mich meine Füße nicht mehr tragen können. Dann setz ich mich auf einen Ast und betrachte den Mond. Der ohne die Sonne nicht sichtbar wäre. So wie ich. Ohne meine Lotte bin ich nicht existent. Ohne ihr Lachen bin ich nicht existent. Aber wenn sie dann die kurze Zeit bei mir ist, und ich sie sehe, verdunkelt sich die ganze Welt um uns, und ich sehe nur mehr sie. Wie bei einer Mondfinsternis. 

Du hast ja keine Ahnung. Jede Nacht wird der Sarg über mir geschlossen, wenn ich meine Augen schließe. Und ich wünsche mir jede Nacht, dass sich meine Augen nicht mehr öffnen. Ich sterbe jede Nacht. Ich will nur mehr einmal sterben. Nur mehr einmal.

 

3. September 2018

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28. August

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