4. Mai 2018

4. Mai 2018

Ich bin so froh, dass ich weg bin. 
Obwohl ich nicht mehr bei euch sein kann, finde ich es hier nicht so schlimm. Ganz im Gegenteil! Es ist hier wunderschön! Das Herz des Menschen ist schon so ein komisches kleines Ding.

Aber ich musste fort. Ich brauchte Abstand von der ganzen Geschichte mit Leonore. Kann ich ja nichts dafür, dass sie mehr wollte. Da kann ich wirklich nichts dafür!
Ich habe schließlich auch ein fühlendes Herz.

Auf alle Fälle werde ich mich bessern! Versprochen. Gott sei Dank ist dieser Erbschaftsstreit mit meiner Tante dazwischen gekommen. Einen besseren Grund zu fliehen, hätte ich nicht erfinden können. Mich braucht es hier eigentlich gar nicht! Trägheit und Missverständnisse führen zu so viel mehr Streitereien als Böswilligkeit ... Und meine Tante ist so eine lustige Frau! Sie greift mich zwar nicht mit Samthandschuhen an, aber sie ist ganz sicher nicht böse.

Jetzt bin ich hier und genieße die Natur. Ein bisschen wandern, ein bisschen bergsteigen. Es hätte mich schlimmer treffen können. Ich brauch keine fünf Minuten, bevor ich im Wald bin. Ich habe auch schon einen wunderbaren Platz gefunden. Es ist eine kleine Bank über einer Apfelwiese. Die Bäume blühen gerade wunderschön. Die Vögle singen ihre Lieder und ich sitze auf meiner Bank und schaue in die Stadt runter.

Manchmal wünsch ich mir, ein Maikäfer zu sein, von Blüte zu Blüte zu fliegen und alles zu vergessen.
Ich vermisse euch.
W

10. Mai 2018

10. Mai 2018